Helmholtz Research Academy Hesse for FAIR

HFHF bei „Wissen angezapft”

Am 11. Januar 2024 fand im Kunstverein Montez die Veranstaltung "Wissen angezapft” der Goethe-Universität Frankfurt statt, bei der führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Einblicke in ihre Forschungen geben. Neben Maike Windbergs aus dem Institut für Pharmazeutische Technologie gab der HFHF-Wissenschaftler und Akademierat Norbert Pietralla vom Institut für Kernphysik der TU Darmstadt Einblicke in seine Forschung.

Pietralla, dessen Forschung sich insbesondere auf atomare Kernstrukturen konzentriert, nutzt den supraleitenden Darmstädter Elektronen-Linearbeschleuniger (S-DALINAC) für seine Forschung. Dieser wird auch von seiner Arbeitsgruppe betrieben, was in vielen spannenden und teils auch lustigen Anekdoten geschildert wurde. So rechnete er zum Beispiel vor wie die Forschung über energierückgewinnende Teilchenbeschleuniger in der Zukunft an großen Beschleunigeranlagen die Forschung an solch großen Maschinen überhaupt erst ermöglichen. Auch über seine Forschung in der Gamma-Spektroskopie (er war maßgeblich an der Entdeckung einer seltenen Form des Doppelgammazerfalls beteiligt) redete er und zeigte wie lange es manchmal braucht bis sich gute Ideen durchsetzen.

In seinem Vortrag bei "Wissen angezapft" gab Pietralla ausserdem einen faszinierenden Überblick über die Entstehung schwerer chemischer Elemente im Universum. Hier insbesondere vor dem Hintergrund des aktuellen ELEMENTS-Projektes. Er erläuterte, wie Supernova-Explosionen und Kollisionen von Neutronensternen zu Schlüsselereignissen für die Bildung dieser Elemente werden. Diese Prozesse sind nicht nur für die Entstehung schwerer Elemente von Bedeutung, sondern bieten auch tiefe Einblicke in die Kernphysik und Astrophysik. Gemeinsam mit vielen anderen HFHF-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist er beteiligt an dem Exzellenz-Antrag, über den Anfang Februar entschieden wird.

Pietralla spielt sowohl eine führende Rolle im Exzellenzantrag ELEMENTS, aber auch im Clusterprojekt, das vom Land Hessen gefördert wird. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der Kern-, Teilchen, Beschleuniger-, Astro- und auch der Theoretischen Physik wird in solchen Projekten daran gearbeitet unser physikalisches Verständnis über Materie und den Ursprung chemischer Elemente im Universum zu erweitern und teils auf den Kopf zu stellen. 

Im Rahmen des Abends wurde auch die Wichtigkeit solcher gemeinsamen Großprojekte herausgearbeitet. Man muss zwar andere wissenschaftliche „Sprachen“ lernen, aber bekommt so manche Erkenntnis, die anders nicht möglich gewesen wäre. 

Pietrallas Arbeit in der HFHF und bei ELEMENTS und seine Präsentation bei "Wissen angezapft" zeigen, wie die Forschung an der Helmholtz Forschungsakademie Hessen für FAIR und an der TU Darmstadt nicht nur das theoretische Verständnis von Kernphysik erweitert, sondern auch praktische Anwendungen in der Astrophysik und anderen verwandten Feldern bietet. Mit seiner Leidenschaft und seinem Engagement für die Forschung trägt Pietralla wesentlich dazu bei, die Grenzen unseres Wissens über das Universum zu erweitern.