Helmholtz Research Academy Hesse for FAIR

ESA-FAIR Space Radiation Summer School 2025

ESA-FAIR Space Radiation Summer School 2025

Mit der „ESA-FAIR Space Radiation Summer School 2025“ ist eines der weltweit führenden Ausbildungsprogramme im Bereich der Strahlenforschung in eine neue Runde gestartet. Zwei Wochen lang trafen sich 16 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus elf Ländern – darunter auch aus Kanada und zahlreichen europäischen Staaten – in Darmstadt, um sich intensiv mit den Herausforderungen kosmischer Strahlung auseinanderzusetzen. Das Programm wird gemeinsam von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und dem internationalen Beschleunigerzentrum FAIR organisiert, das derzeit am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung entsteht. Mit verantwortlich ist der HFHF-Wissenschaftler Marco Durante.

Kosmische Strahlung ist eine der größten Hürden für die bemannte Raumfahrt. Sie beeinflusst nicht nur die Gesundheit von Astronautinnen und Astronauten, sondern auch die Zuverlässigkeit von Elektronik und Materialien. In der Summer School geht es daher nicht nur um die physikalischen Grundlagen, sondern auch um konkrete Anwendungen: Wie lassen sich Strahlung erkennen, überwachen und wie können Menschen und Technik wirksam geschützt werden? Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in Strahlungsphysik und -biologie, in angewandte Physik bei GSI/FAIR sowie in die medizinische Nutzung von Teilchenstrahlen, etwa bei der Partikeltherapie.

Das Programm kombiniert Vortragsveranstaltungen mit praxisnahen Workshops. So standen in der ersten Woche das ESA-Kontrollzentrum ESOC im Mittelpunkt, wo die Strahlungsaktivitäten der ESA vorgestellt und Missionen der europäischen Raumfahrt aus nächster Nähe beleuchtet wurden. In der zweiten Woche wechselten die Gruppen zum GSI/FAIR-Campus, wo sie von Professor Thomas Nilsson, dem Wissenschaftlichen Geschäftsführer von GSI/FAIR, begrüßt wurden. Auch Dr. Radek Pleskac stellte das FAIR-Projekt vor und erläuterte die besonderen Möglichkeiten, die die neue Anlage künftig für die Strahlen- und Biophysik eröffnen wird.

Hochrangige Gäste unterstrichen den Stellenwert der Summer School: ESA-Astronauten wie Thomas Reiter und Christer Fuglesang berichteten aus erster Hand über ihre Erfahrungen im All, während der ehemalige ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner die Bedeutung internationaler Kooperationen hervorhob. Ein Höhepunkt war die Exkursion zum Europäischen Astronautenzentrum der ESA in Köln.

Besonders wertvoll ist der interdisziplinäre Ansatz der Summer School. In Teams entwickeln die Nachwuchsforschenden eigene experimentelle Konzepte und erhalten die Chance, an Laboraktivitäten zur Simulation kosmischer Strahlung mitzuwirken. Viele dieser Ideen finden Eingang in das ESA-IBER-Programm, das biologische Effekte von Weltraumstrahlung untersucht und Experimente an den GSI-Beschleunigeranlagen ermöglicht.

Die ESA-FAIR Space Radiation Summer School ist ein Leuchtturmprojekt der Kooperation zwischen ESA und FAIR. Ihre geografische Nähe in Darmstadt schafft ein einzigartiges Wissenschaftscluster, das Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Raumfahrt miteinander verbindet. Für die jungen Teilnehmenden ist die Sommerschule ein Sprungbrett in die internationale Spitzenforschung – und für ESA und FAIR ein wichtiger Beitrag zur Vorbereitung der Raumfahrt auf die Herausforderungen der Zukunft.

ESA-FAIR Space Radiation Summer School 2025